Glauben auf den Punkt gebracht (4)
„Die andern Geschöpfe und Dinge auf Erden haben ihre eigene Würde und sind geschaffen, auf dass sie uns Menschen bei der Verfolgung des Ziels helfen, zu dem wir geschaffen sind. Daraus folgt, dass wir uns zu ihnen so in Beziehung setzen, wie es ihnen entspricht. Wir gebrauchen sie soweit, wie sie zum Ziele dienen, zu dem wir geschaffen sind, und wir lassen sie insofern sie uns daran hindern.“
Kommentar: Die Dinge der Welt sind nicht auf den Menschen hin geschaffen. Der Mensch ist nicht die Mitte der Wirklichkeit. Alles ist darauf hin geschaffen, Gott mehr zu verherrlichen. Oder mit der Sprache Jesu in den Evangelien gesprochen: Alles zielt auf das Reich Gottes hin. Loslassen ist nicht ein Wert in sich. Doch der Mensch muss unendlich viel loslassen, um ganz frei, leer oder abgeschieden zu sein und sich wirklich auf Gott auszurichten. Der Umgang mit den Dingen aber, die der Mensch hat und die er annimmt, soll so geformt werden, dass sie dem Wachstum auf das Reich Gottes hin förderlich sind. Es braucht innere Freiheit als engagierte Gelassenheit für Gott in allem.
(P. Christian Rutishauser SJ)
