Eine Kirche, die ausstrahlt, was sie im Innersten zusammenhält
Lea Stocker über ihr Engagement für eine Kirche mit den Frauen
In der Kirche habe ich einen Schatz gefunden – eine grosse Liebe. Wenn ich diesen Schatz nicht geschmeckt hätte und er mich nicht immer aufs Neue verlocken würde, hätte ich wahrscheinlich der Kirche schon länger den Rücken zugedreht. Die Kirche ist leider Meisterin darin, sich unattraktiv zu machen. Sie bietet vielen modernen Menschen keine Heimat mehr. In den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten konnte sie darauf bauen, dass die Menschen aus Zugehörigkeit oder Tradition bei ihr blieben.
Meine und die folgenden Generationen suchen ungeachtet aller Äusserlichkeiten Authentizität. Sie suchen, bis sie diese finden. Oftmals finden sie sie in der Kirche nicht und wenden sich von ihr ab. Ich kann sie verstehen.
In der Gesellschaft ist die Ebenbürtigkeit der Geschlechter zunehmend selbstverständlich. Die Kirche hinkt da um Jahrhunderte hintendrein. Das ist vielen so unverständlich, dass sie den Blick hinter die Kulissen gar nicht erst investieren. So bleibt der Schatz ungesehen und ungeschmeckt. Ich träume von einer Kirche, die ausstrahlt, was sie im Innersten zusammenhält. Sie wäre so anders: vital, bunt, pulsierend, inspirierend. Ich träume davon, dass die jüngeren Generationen ihre spirituelle Sehnsucht in der eigenen Tradition stillen können. Weil sie nicht mehr an ungerechten und unglaubwürdigen Strukturen abprallen. Darum setze ich mich für eine Kirche mit den Frauen ein.
