Gemeinschaft - Beziehung (5)

Geschwisterlichkeit in der Kirche

Der geschwisterliche Umgang in der Nachfolgegemeinschaft Jesu ist besonders für Frauen von Bedeutung. Paulus schreibt dazu: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‚einer‘ in Christus Jesus“ (Gal 3,28). Dieser Satz beeindruckt mich immer wieder, und er ist bis heute aktuell.  

Die Geschichte der Kirche zeigt, dass das Ideal der Geschwisterlichkeit zwar gerne betont wird, strukturell aber noch immer nicht verwirklicht ist.
Das Zweite Vatikanische Konzil hat sich vom Kirchenverständnis als Gemeinschaft von Ungleichen verabschiedet und bekennt sich – mit Gal 3,28 – zur gemeinsamen Würde aller Glieder des Volkes Gottes aufgrund der Taufe (LG 32). Dies ist ein erster Schritt.
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass Geschwisterlichkeit in der Kirche auch einmal strukturell und rechtlich umgesetzt wird. Für eine Kirche mit den Frauen…  

(Franziska Loretan-Saladin)