Für ein "G8 von Frauen" im Vatikan ?

These 5: Es lohnt sich, die pluralen Lebenssituationen von Frauen positiv wahrzunehmen und mehr Frauen in Verantwortung zu bringen!

 

Eine der grössten Herausforderungen heute besteht darin, das Evangelium mit den pluralen Lebenskontexten und Lebenskonzepten, mit den episodenhaften Biographien und fragilen Berufs- und Familiensituationen von Menschen zu verbinden. Die jetzige Form der Institution Kirche greift immer weniger – was wird nach den grossen Seelsorgeeinheiten kommen?

Frauen sind nachweislich öfter als Männer erfolgreiche Grenzgängerinnen zwischen den modernen Lebenswelten; sie haben aus Erfahrungen Kompetenzen entwickelt, um den Spagat zwischen öffentlich und privat, Beruf und Familie, Gleichheit und Differenz zu schaffen. Auf dieses Potenzial kann die Kirche nicht verzichten! Frauen können Pionierinnen an der Front gesellschaftlicher Entwicklungen sein, Kundschafterinnen neuer christlicher Lebensformen in der pluriformen Moderne.

Wenn ich mir vorstelle, dass man über die weltweite Vielfalt von Frauenleben ins Gespräch kommt – warum nicht ein „G8 von Frauen“ im Vatikan?!  –, dann wird sich die Sichtweise auf „die Frau“ verändern;  entsprechend werden sich daraus auch Perspektiven ergeben, wie Frauen ihr Potenzial in der Kirche einbringen können, wo ihr Platz ist, auch in den Strukturen der Kirche, wie Papst Franziskus sich das ja offensichtlich vorstellen kann. Auf das Apostolische Schreiben, das aus einem solchen Prozess entsteht, kann man sich freuen.

(Sr. Margareta Gruber OSF)