Für eine Veränderung im Frauenbild

These 3: Junge Frauen in der Kirche haben ein anderes Kirchenbild und wünschen sich darin ein verändertes Frauenbild

 

Junge Frauen melden sich in der Kirche zu Wort – ich gebe ihnen die Namen der urkirchlichen Frauen als Pseudonym, denn sie sind in gewisser Weise deren Nachfolgerinnen:

Junia, eine Doktorandin: „Ich erwarte, dass ich in der Kirche authentisch Jesus Christus begegnen kann, und zwar mit allen meinen Gaben und Fähigkeiten und auch meinem Frausein. … Ich erwarte von der Kirche insbesondere auch, dass sie die Charismen zur Leitung, die es auch unter Frauen gibt, positiv entgegennimmt.“

Priska, die gerne einmal Theologie lehren möchte: „Geben kann ich als Frau eine andere Sicht auf Prozesse, die sich mit der Sicht von Männern ergänzen kann. Geben kann ich auch meine Fähigkeit zur Verkündigung und Auslegung der Schrift.“

Maria, eine knapp 17 Jährige: „Eine Möglichkeit, nicht nur ein „Stück“ zu geben, sondern quasi alles, ist sicherlich auch, sich selbst (hin-) zu geben - in Form eines geweihten Lebens.“

Phöbe, die ihr Leben in den Dienst einer evangelisierenden Seelsorge stellen möchte: „Ich erlebe kaum Erwartungen an die Frauen, ausser der Betonung der Mütterrolle. Dies geschieht heute kaum noch von irgendeiner Seite, deshalb halte ich es für gut, dass die Kirche in diesem Bereich deutlich ist. Die Frauen jedoch nur auf diese Rolle zu reduzieren, ist mir zu wenig.“

Lydia: „An der Kirche zu leiden ist kein Charisma. Das ist nicht meine Aufgabe“. Junge Frauen führen keinen Erlaubnisdiskurs mehr, sondern einen Ermöglichungsdiskurs: Das bedeutet, sie bieten ihre Begabungen und Fähigkeiten an, wenn sie damit jedoch in der Kirche keinen Ort finden, dann gehen sie stillschweigend woanders hin.

(Sr. Margareta Gruber OSF)
(Die Zitate stammen aus Briefen von Theologiestudentinnen an die Verfasserin 2011)